Rauchen ist kein Akt des zivilen Ungehorsams das scheinen aber viele Raucher zu glauben, die sich eine Welt ohne Zigarette nicht vorstellen wollen (und möglicherweise auch nicht können).
Durch einen symbolischen,aus Gewissensgründen vollzogenen, und damit bewussten Verstoß gegen rechtliche Normen zielt der handelnde Staatsbürger mit einem Akt zivilen Ungehorsams auf die Beseitigung einer Unrechtssituation und betont damit sein moralisches Recht auf Partizipation. Die Normen können sich durch Gesetze, Pflichten oder auch Befehle eines Staates oder einer Einheit in einem staatlichen Gefüge manifestieren. Durch den symbolischen Verstoß soll zur Beseitigung des Unrechts Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung genommen werden. Der Ungehorsame nimmt dabei bewusst in Kauf, auf Basis der geltenden Gesetze für seine Handlungen bestraft zu werden.
Quelle: wikipedia
Einige Raucher scheinen sich für aufgeklärte Freidenker zu halten, denen das Rauchverbot in der Gastronomie und im Allgmeinen einen Strich durch ihr “Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit” macht - was das auch immer mit Rauchen zu tun hat? Sie rauchen trotzdem und bezeichnen das als “Zivilen Ungehorsam”. Damit stellen sie sich moralisch auf eine Stufe mit Ghandi, dem Wiederstand im dritten Reich, Rosa Parks und Martin Luther King - ob das angemessen ist, sollte kritisch hinterfragt werden.
Solange Rauchen in einigen Kreisen als lobenswerte Form des zivilen Ungehorsams und damit als politische Aussage künstlich hochgelobt wird (was total am Kern der Sache vorbei geht) und “Nicht” Raucher gleichzeitig als systemkonforme Spiesser und “Gesundheitsfaschisten” abgestempelt werden, es quasi als “politisch unkorrekt” dargestellt wird, dass gesetzliche Rauchverbot anzuerkennen und einzufordern, läuft in unserer Gesellschaft etwas fürchterlich falsch.
Es geht in diesem Zusammenhang nicht nur um die Raucher. Das oben genannte Beispiel zeigt, wie sehr die Realität verzerrt wird, um den Lifestyle Weniger auf Kosten Vieler zu rechtfertigen. Diese Phänomen trifft man sowohl auf lokaler als auch globaler Ebene an. Unbeteiligt ist allerdings niemand! Der Grad der Beteiligung lässt in der “Gesellschaftspyramide” allerdings von oben (Wirtschaftsbonzen) nach unten (Kinderarbeiter in Zentralafrika) nach.
… eine Freundin sagte einst: Diskutiert nicht mit Suchtkranken! Das geht nicht! Das bringt nichts! Was bleibt der Gesellschaft anderes übrig, als Rauchen (und vieles andere auch) gesetzlich zu regulieren - Verständnis und Rücksichtnahme ist seitens einiger Raucher (der kleine, harte Kern!) nicht zu erwarten.
Lifestyle ist auch eine Form von Sucht (Geltungsbedürfnis, Streben nach Anerkennung, Sinnsuche, Individualität).
Ich trinke ganz gerne Alkohol, aber mit einem allgemeinen Verbot von Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit hätte ich überhaupt kein Problem. Tempolimit auf Autobahnen? Her damit! Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt tagsüber sowieso nicht über 120 km/h.
Hier geht es letzendlich immer um Lifestyle. Etwas, das sich wohl nur Menschen in wohlhabenden Ländern leisten können. Etwas, das man nicht braucht, aber haben will. Lifestyle ist überflüssig, purer Luxus. Lifestyle ist eingebildeter Individualismus, der - wie kanns auch anders sein - durch Konsum und Statussysmbole erreicht wird.
Rasen ist Lifestyle. Rauchen ist Lifestyle. Lifestyle ist aber vor allem eins: das überflüssige Laster eines Menschen, der es sich leisten kann auf Kosten anderer.
Man stelle sich nur den einen Harley-Fahrer vor, die mit geschätzen 120 dB durch Hamburgs Innenstadt knattert. Für Ihn ist es Lifestyle - für viele andere Lärm! Für den einen Raucher ist Rauchen Lifestyle - für viele andere Gestank. Für den Porsche-Fahrer ist es Lifestyle - für viele andere ist er ein gemeingefährlicher Drängler.
Wie auch immer - irgendwas läuft in unsere globalen Gesellschaft fürchterlich schief. Weniger Lifestyle - mehr Rücksicht.
Zur Zeit geht es Apple-Chef Steve Jobs nicht besonders, was dazu führt das Apples Wert an der Börse um 12 Milliarden Dollar gesunken ist. Angesichts eines Gewinns von 6 Milliarden Dollar ist das kurzfristig sicherlich kein Problem. Doch was wird aus Apple ohne “Mastermind” Steve Jobs, denn Apple-Fans wie einen Heilsbringer verehren? Jobs hat Großartiges geschaffen: er revolutionierte den Walkman als er den iPod auf den Markt brachte, rief als erster ein funktionierendes Portal zur Vermarktung von Mediadaten ins Leben (iTunes), entwickelte die Maßgabe moderner Smartphones (iPhone) und lieferte die Initialzündung für ein Produkt, dass schon seit 15 Jahren existierte, aber nie wahr genommen wurde - den Tablet-PC (iPad).
Wie schafft es Steve Jobs, dass sich die Leute zwar funktionierende, aber technisch eher untermotorisierte, vom Funktionsumfang kastrierte und gleichzeitig völlig überteuerte Produkte nicht nur kaufen, sondern diese unbedingt haben wollen?
Hier ein interessanter Bericht über Steve Jobs:
Apple verdient sechs Milliarden Dollar. Möglich machen das die Kunden, die weit mehr für die Produkte ausgeben, als sie Apple kosten. Und Steve Jobs, der dafür sorgt, dass die Kunden auch so viel zahlen wollen.
Was sollen bloß die Leute denken? Da werden sie erst von der Nachricht geschockt, dass Apple-Chef Steve Jobs vorläufig zu krank sei, um das Tagesgeschäft fortzuführen. Und nur wenige Stunden später teilt das Unternehmen mit, dass es so viel verdient habe wie nie zuvor in seiner Geschichte.
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Wenn ich bei Google Street View virtuell durch eine Strasse surfe, dann nerven mich die nebligen Pixelwolken teilweise erheblich, die dadurch entstanden sind, dass die Bewohner einiger Häuser ihrem medien-induziertem Bedürnis nach Datenschutz nachkommen mussten. Dass das Thema Datenschutz in diesem Zusammenhang ziemlich missverstanden wurde, habe ich ja schon erläutert.
Nun geht es weiter: was bei mir zu einer leichten Genervtheit führt, löst bei anderen Zeitgenossen handfesten Aktionismus aus und treibt seltsame Blüten:
Street View-Fans: Eierattacke auf verpixelte Häuser
Mit der Einwilligung, 250.000 Häuser von „Street View“-Gegnern unkenntlich zu machen, konnte Google die Gemüter besänftigen. Doch jetzt protestiert die andere Seite: Im Internet organisieren sich Gruppen, die gegen die Verpixelung deutscher Häuser vorgehen.
(…)
Unkenntlich gemachte Häuserfassaden verletzen offenbar die ästhetischen Ansprüche diverser Internet-Nutzer. Deshalb gründen sich im Netz immer mehr Guerilla-Gruppen, die auf ganz unterschiedliche Art ihre Missbilligung gegen unkenntlich gemachte Gebäude zum Ausdruck bringen. Eine Variante: Befürworter von Google Street View haben in der Stadt Essen diverse Fassaden mit Eiern beworfen. Das berichtet die Computerzeitschrift „Chip“. Die Wurfgeschosse der „Aktivisten“ flogen ausschließlich gegen Häuser, die in „Street View“ nicht erkennbar sind. Zudem wurden an die entsprechenden Briefkästen Zettel mit der Aufschrift “Google’s cool” geklebt. Da jedoch nichts beschädigt wurde, kann die Essener Polizei nicht gegen die „Anschläge“ vorgehen. weiterlesen …
Letztens habe ich mich ja schon über die deutsche pseudo Datenschutz-Hysterie ausgelassen, die von Googles Service Streetview ausgelöst wurde. Jetzt ist Streetview online und der geneigte Betrachter wundert sich, was die Herrschaften in ihren Häusern wohl zu verbergen haben, dass sie glauben, sich hinter eine nebligen Wand aus weichgezeichneten Pixeln verstecken zu müssen.
Das lässt sich sehr einfach überprüfen, weil es ja nicht nur Streetview gibt, sondern auch sightwalk.de.
Ich sehe den Facebook-Post von “Selbstbestimmt1968″ vor meinem geistigen Auge: “Yeah! Habe mein Haus bei Streetview verpixeln lassen! Datenschutz Rulez! Schaut alle mal vorbei! Hier der Link …”
Momentan ist der Dienst Google Street View in aller Munde. Alle Welt schreit jetzt nach Datenschutz, weil sie Angst davor hat, dass irgendwelche Kleinkriminellen die Fotos ihrer Strassenzüge, hinweg über die Hecken der Kleinbürgerlichkeit, für die Planung und Ausführung Ihrer Vorstadtraubzüge nutzen könnten. Gleichzeit hat Familienvater XYZ Angst, beim Verlassen des Sexshops um die Ecke fotografiert zu werden und nicht verfremdet worden zu sein. Währenddessen stellt Frau XYZ aus dem Haus hinter der Hecke der Kleinbürgerlichkeit arglos die süssen Babyphotos ihres 18 Monate alten Sohnes mit Nennung der entsprechenden KITA, die ihr Sohn besucht, bei Facebook ein, wobei die Privatsphären Einstellungen ihre Accounts löchrig sind wie ein Schweizer Käse. Später am Abend schreibt Herr XYZ noch in einem Forum bei XING, wie Unzufrieden er doch mit seinem unfähigen Chef ist.
Datenschutztechnisch herrscht in heutigen Zeiten eine unerträgliche, auf Halbwissen basierende Bigotterie. Während wir uns von Google Street View bedroht fühlen und dafür mächtig Kampagne machen, stellen wir selber freiwillig intimste Daten ins Netz und liefern unzähligen Päderasten Wichsvorlagen, indem wir vollkommen unreflektiert Photos unserer Kinder bei sozialen Netzwerken wie “Facebook” oder “StudiVz” einstellen, ohne uns Gedanken darüber zu machen, wer auf diese Daten zugreifen kann.
Offensichtlich hört unser Bewusstsein für Datenschutz aber gleichzeitig in dem Moment auf, in dem wir uns selbstbestimmt fühlen - und Google hat die Frechheit besessen, uns nicht zu fragen, bevor sie mit ihren Knipskarren an unseren kleinbürgerlichen Hecken vorbeigefahren sind.
Besser man macht es wie Apple: hier kaufen die Leute sich demnächst - ganz selbstbestimmt - ein sauteures Lifestyle Produkt, genannt iPhone, und geben dem Konzern gleichzeitig die Erlaubnis sie bis in Schlaf hinein zu überwachen. Mit seiner Kamera, dem GPS-Chip, dem Beschleunigungssensor und nicht zuletzt dem Mikrofon ist das iPhone die eierlegende Wollmichsau unter den Big Brother-Produkten. Klar das können auch andere Handys - aber wenn deren Herrsteller solche Überwachungs- und Allmachtsphantasien wie Apple hätten, dann wäre die Datenschutzkacke MÄCHTIG am Dampfen.
Für die Schreckensvisionen in der IT-Welt waren bislang Autoren zuständig: Ein Algorithmus sagt voraus, wer Verbrechen begehen wird - das erdachte Philip K. Dick in seiner Kurzgeschichte “Minority Report”. Nie abschaltbare, allgegenwärtige Teleschirme zeigen den Menschen die vermeintliche Wahrheit und überwachen das Verhalten der Zuschauer - diese Infrastruktur beschreibt George Orwells Klassiker der Technikdystopie “1984″.
Mit dieser Tradition bricht Apples Patentantrag 20100207721. Das im Februar 2009 eingereichte und nun vom US-Patentamt veröffentlichte Dokument trägt den harmlosen Titel “Systeme und Verfahren zum Identifizieren nicht-autorisierter Nutzer eines elektronischen Geräts”. Die Ingenieure beschreiben darin kein konkretes Produkt, sondern Ideen. Und diese Ideen - die Apple auf Anfrage nicht kommentieren will - lassen Orwells Teleschirme alt aussehen.
Die Ingenieure beschreiben, wie eine Software feststellen kann, dass das Gerät von jemandem benutzt wird, der es nicht benutzen darf und wie sie darauf reagiert. Das beschriebene Verfahren setzt nicht voraus, dass ein Besitzer sein Gerät als gestohlen meldet. Die Technik soll das selbst bemerken und entsprechend reagieren.
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